Geschichte von Harkau - Vom Mittelalter bis zu Neuzeit
Ein Rückblick auf über 1000 Jahre Dorfgeschichte
Wo die Berge, die Alpenausläufer enden und das flache Land der kleinen ungarischen Tiefebene beginnt, liegt Harkau. Diese malerische Ortschaft, mit unterschiedlichen Charakter liegt nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
Als Kaiser Karl der Große zwischen 791 und 796 die Awaren besiegte und sein Reich bis Raab ausdehnte, siedelte er auch franco-bajuwarische Bauern in dieser Gegend an.
Harkau wurde urkundlich das erste Mal im Jahre 1245 erwähnt. Damals gehörte das Dorf Harkau der adeligen Familie de Harka. Da die Familie sehr verschuldet war, kaufte die Stadt Ödenburg im Jahre 1429 das Dorf. Dadurch wurde Harkau ein Stadtdorf von Ödenburg.
Am August 1529 war der Ansturm des Türkischen Heeres gegen die Stadt Ödenburg. Das Türkische Heer konnte die Stadt Ödenburg nicht einnehmen, aber sie verwüsteten die umliegenden Dörfer um Ödenburg.
1571 wurde Harkau evangelisch, es gab den ersten evangelischen Pfarrer.
1604-1606 kämpfte Kaiser Rudolf gegen die Aufständischen (Haiducken) und bei der Schlacht bei Harkau wurden sie besiegt. Bei den Kampfhandlungen wurde das Dorf geplündert und mehrere Häuser abgebrannt. Nach der Gegenreformation 1673 wurde Harkau wieder katholisch. Die Kirche wurde weggenommen, der Pfarrer vertrieben, und den Glauben auszuüben bei Strafe verboten. Von 1673-1781 hatte Harkau keine evangelische Kirche, bei Beerdigungen wurden von der katholischen Kirche die Glocken geläutet.
1781 gab es von Kaiser Josef II das Toleranzedikt, darin hieß es: In Gemeinden, wo mehr als 100 evangelische Familien leben, kann eine Kirchengemeinde gegründet werden. Eine durfte eine Kirche gebaut werden, allerdings ohne Turm und Glocken und keinen Eingang von der Straße aus. 1886 wurde der Turm gebaut.
1900-1914 sind viele Harkauer nach Amerika ausgewandert um dort Geld zu verdienen, weil es damals den Leuten in Ungarn sehr schlecht ging. Die meisten sind allerdings beim Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wieder in ihre Heimat zurückgekommen.
Der erste Weltkrieg 1914-1918 brachte viel Leid und Elend über das Dorf Harkau. Laut Friedensvertrag von St. Germain am 10. September 1919 sollten die deutschsprachigen Gebiete in Westungarn mit der Stadt Ödenburg als Hauptstadt an Österreich angeschlossen werden. Aber es kam anders. Durch eine Volksabstimmung im Herbst 1921, die nicht ganz sauber war auf Seite der Ungarn, blieb Ödenburg und Umgebung bei Ungarn.
Die Zeit zwischen beiden Weltkriege war die Lage in Ungarn wirtschaftlich sehr schlecht
Als am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach, betraf es die Menschen in Dorf nicht so unmittelbar. Es gab den ganzen Krieg keine Not, denn es gab keine Lebensmittelkarten. Man merkte nur das immer mehr Männer aus den Dorf verschwanden, sie wurden zum Militär eingezogen. Laut einen Abkommen zwischen den Deutschen Reich und der ungarischen Regierung mussten alle Volksdeutschen Männer im Frühjahr 1944 ab 16 Jahren zur Deutschen Wehrmacht.
Ab da bekamen wir den Krieg zu spüren. Jetzt kamen immer mehr Nachrichten ins Dorf, das Männer des Dorfes den Heldentod gestorben sind. Als in der Osterwoche 1945 die russische Armee schon sehr nahe an unseren Dorf war, ist die Hälfte der Einwohner aus Harkau geflohen. Am Gründonnerstag am frühen Morgen haben sie das Dorf verlassen. Die andere Hälfte der Harkauer ist am Karfreitag in den nahen Wald hinaus und um dort abzuwarten bis die Kriegshandlungen vorbei sind. Am Ostersamstag am späten Nachmittag wurde das Dorf von den russischen Truppen eingenommen.
Ein Jahr später am 11.Mai 1946 mussten die Harkauer ihr Dorf, ihre Heimat für immer verlassen. Nach 6 Tagen Fahrt zusammengepfercht zu je 30 Personen in Viehwaggons, kamen sie in ihre neue Heimat. In den Landkreis Marburg/ Lahn in Hessen, Bundesrepublik Deutschland.
1947 wurde Harkau unter Umgehung der Gesetze in Magyarfalva (Ungardorf) unbenannt.
Eine örtliche Initiative veranlasste eine Volksabstimmung, nach der das Dorf am 1.April 1990 den alten ungarischen Namen Harka zurückbekam.
