Die Konfirmation in Harkau – Ein Fest des Glaubens
Wie ich meine Konfirmation als Kind im Dorf erlebte
Bei uns in Ungarn wurden die Schüler schon mit 12 Jahren konfirmiert. Die Konfirmation war bei uns immer am weißen Sonntag, den Sonntag vor Ostern. Ab dem 11. Lebensjahr mussten die Schüler schon zum Konfirmandenunterricht. Sie mussten den ganzen Katechismus auswendig lernen. In der Zeit des Konfirmandenunterrichts mussten alle jeden Sonntagnachmittag um 2 Uhr in die Christenlehre, die der Pfarrer in der Schule gehalten hat. Die Konfirmation war sehr feierlich, die Konfirmanden haben am Tag vorher die Kirche festlich mit Blumen geschmückt. Um diese Jahreszeit war bei uns schon Frühling und viele Blumen blühten schon. Zur Konfirmation bekamen die Buben ihren ersten schwarzen Anzug mit Hut, die Mädels bekamen schöne weiße Kleider. Dann kam der große Tag. 2 Stunden vor den Gottesdienst trafen sich alle vor den Pfarrhaus, die ersten 3 Buben aus der Klasse mussten Abbitte tun. Zuerst gingen Sie zum Pfarrer, dort musste einer der Buben stellvertretend für alle Abbitte tun, dann ging es zum Lehrer wo sich das selbe wiederholte und der dritte von den Buben musste nachher in der Kirche vor der ganzen Gemeinde Abbitte tun. Um 10 Uhr gingen es dann in die Kirche.I m Halbkreis um den Altar standen die Konfirmanden, links die Buben in ihren schwarzen Anzügen, rechts die Mädel in ihren schönen weißen Kleidern. Der Pfarrer prüfte jeden einzeln mit Fragen aus den Katechismus um zu zeigen ob Sie auch alles gelernt haben. Danach durften sie zum ersten Male zum heiligen Abendmahl. Mit der Konfirmation ging die Schulzeit zu Ende. Nach dem Gottesdienst wurde vor der Kirche ein Gruppenbild gemacht, zur Erinnerung an die Konfirmation. Am Nachmittag wurde mit den Taufpaten und der Familie Zuhause gefeiert. Es gab ein festliches Essen und anschließend noch Kaffee und Kuchen. Die Buben bekamen zur Konfirmation von den Taufpaten eine Taschenuhr zum Geschenk, bei dem Mädel gab es goldene Ohrringe oder Halsketten. Von der Familie gab es meist ein Gesangbuch. Am Sonntag danach sind die Konfirmanden gemeinsam in die Stadt nach Ödenburg ins Kino gegangen.
